Die Zeiten, als Unternehmen auf jede Stellenbeschreibung eine Vielzahl qualifizierter Bewerbungen erhielten, sind längst vorbei. Stattdessen hemmt ein zunehmender Fachkräftemangel Firmen am Wachstum oder bedroht sogar deren Existenz. Umso wichtiger ist es, Mitarbeiter zu halten und zu verhindern, dass diese sich einen neuen – aus Ihrer Sicht attraktiveren – Arbeitgeber suchen.

Bedenken Sie, dass eine Kündigung einen wirtschaftlichen Schaden beträchtlichen Ausmaßes verursacht. Die Stelle muss ausgeschrieben werden, Bewerbungsgespräche sind zu führen und nicht immer findet man sofort passenden Ersatz. Und wenn dies endlich gelingt, ist eine umfassende Einarbeitung erforderlich. So vergehen meist Monate, bis eine vakante Stelle nicht nur besetzt wurde, sondern außerdem die Aufgaben vollumfänglich erledigt werden. Umfragen haben ergeben, dass bis zu 80 Prozent aller Arbeitnehmer wechselwillig sind und sich lediglich 16 Prozent mit Ihrem Arbeitgeber tatsächlich identifizieren und verbunden fühlen.

Es gibt also gute Gründe, sich zu fragen, warum Mitarbeiter kündigen und wie man das am besten verhindern kann. Entgegen den gängigen Vermutungen ist es nicht das Gehalt, das viele Arbeitnehmer nach einer neuen Anstellung Ausschau halten lässt. In vielen Fällen werden dafür Defizite im Bereich der Mitarbeiterführung sowie die Enttäuschung hinsichtlich nicht eingetroffener Erwartungen genannt. Besonders leistungsbereite, talentierte Mitarbeiter nehmen das Verhalten ihrer Vorgesetzten zum Anlass, sich eine neue Stelle zu suchen. Es geht also darum, den Vorgesetzen und nicht die Firma zu verlassen.

Doch welches Vorgesetztenverhalten führt zu einer derartigen Unzufriedenheit? Fehlende Anerkennung für die Leistung, nicht nachvollziehbare Entscheidungen, mangelnde Empathie, Ungerechtigkeiten, aber auch fehlende Perspektiven sind Gründe für die gefürchteten „inneren Kündigungen“, die bei nächster Gelegenheit tatsächlich vollzogen werden.

Ein weiterer Aspekt, der besonders bei der jüngeren Generation immer wichtiger ist, betrifft die Worklife-Balance. Junge, gut ausgebildete Mitarbeiter sind nicht bereit, ihr gesamtes Leben dem Unternehmen unterzuordnen. Die zunehmende Bewusstheit für die Problematik des Burn-Out hat zum Umdenken geführt. 68 Prozent aller Befragten einer Umfrage gaben an: Fehlt ein Ausgleich für Überstunden ist dies ein Kündigungsgrund. Fast ebenso viele Befragte (65 Prozent) nennen ein negatives Betriebsklima als Anlass, über einen Stellenwechsel nachzudenken. Enge Terminvorgaben, permanenter Stress und Deadlines, die mit normalem Arbeitseinsatz nicht zu halten sind, bedeuten für 60 Prozent der Befragten, dass es Zeit ist, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen.

Doch nicht immer führt eine Überlastung zur Unzufriedenheit. Eine Unterforderung, die im schlimmsten Fall im Bore-Out gipfelt, ist ebenfalls ein Kündigungsgrund. Mitarbeiter wünschen sich ein konstruktives Feedback und die Chance, sich fachlich sowie persönlich zu entwickeln.

Junge Arbeitnehmer wünschen sich außerdem flexiblere Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit, zumindest teilweise im Home Office zu arbeiten. Erstaunlich ist, dass nur zwölf Prozent der Arbeitnehmer ihren Job kündigen wollen, weil der Verdienst zu niedrig ist.

Buchen Sie hier Ihre kostenfreie Erstberatung.

Vereinbaren Sie jetzt Ihre kostenfreie Erstberatung - Hier werden wir mit Ihnen gemeinsam in 15 Minuten herausfinden, ob und wie wir Ihnen dabei helfen können, Ihre offenen Stellen zu besetzen.

TERMIN VEREINBAREN
Niklas Kirschbaum